Maltechniken
Wie repariert man ein misslungenes Gemälde?
Kurz gefasst: Ist Ihr Bild nicht gelungen? Werfen Sie die Leinwand nicht weg. Wir bieten vier Lösungen: Lassen Sie das Bild ruhen, nutzen Sie die vorhandenen Farben für eine neue Komposition, übermalen Sie die Leinwand mit weißer (oder schwarzer) Farbe oder ersetzen Sie nur die Leinwand auf dem Keilrahmen.

Ist Ihr Bild nicht gelungen? Möchten Sie ganz neu anfangen?
Jeder kennt das: Man sitzt vor der Leinwand, ist unzufrieden und jede Korrektur macht es nur schlimmer. Sie möchten ein ganz neues Bild beginnen, weil Sie von diesem müde sind, aber... was tun mit dieser Leinwand? Doch bevor Sie die Leinwand frustriert entsorgen, gibt es bessere Optionen.

Erster Tipp: Verstecken Sie das Bild eine Weile vor sich selbst
Warum? Vielleicht sind Sie es einfach nur leid, Ihre Augen sind von diesen Farben und Formen gesättigt, und vielleicht ist das Bild eigentlich gar nicht so schlecht. Lassen Sie das Bild 10–15 Tage liegen. Mit frischem Blick erkennen Sie oft sofort, welche kleine Korrektur das Bild retten kann.
Zweiter Tipp: Nutzen Sie die Farben des alten Bildes für ein ganz neues Bild
Wie? Wenn Sie eine Skizze für ein neues Bild erstellen, überlegen Sie, ob Sie die Farbe, die bereits auf einigen Teilen vorhanden ist, in eine völlig neue Komposition integrieren können. Schließlich malen die meisten Künstler nicht gerne auf einer völlig weißen Leinwand und tragen oft eine Schicht verdünnter roter oder gelber Farbe als Grundierung auf. Achten Sie jedoch auf die Stellen, an denen sichtbare Pinselstriche oder mehrere Farbschichten Unebenheiten erzeugt haben – versuchen Sie, an diesen Stellen später keine Details zu platzieren, die fein und detailliert gemalt werden müssen – zum Beispiel ein Porträt.

Dritter Tipp: Die alt-neue weiße Leinwand
Wenn das alte Bild keine ausgeprägte Textur aufweist, kann dies die erfolgreichste Lösung sein. Übermalen Sie die gesamte Leinwand mit Titanweiß (Acryl- oder Ölfarbe, je nachdem, welche Farben sich darunter befinden) in einer dünnen Schicht oder mehreren dünnen Schichten, falls sich darunter überwiegend dunkle Töne befinden. Das verbraucht zwar etwas mehr Farbe, spart aber den Neukauf einer Leinwand. Vielleicht muss es auch nicht unbedingt weiße Farbe sein, denken Sie über das Malen auf einem schwarzen Untergrund nach.

Vierter Tipp: Eine neue weiße Leinwand
Auf der Leinwand befinden sich viele Farbschichten, Pinselstriche und Texturen sind sichtbar, und das Übermalen der Leinwand mit weißer Farbe ist keine Lösung, da sie uneben sein wird? Ersetzen Sie die Leinwand. Entfernen Sie geduldig alle kleinen Nägel, mit denen die Leinwand auf dem Holzrahmen befestigt ist, und nehmen Sie die Leinwand ab (Sie können sie in kleinere Stücke schneiden und für Miniaturbilder verwenden, ähnlich wie Papier). Spannen Sie anschließend eine neue Malleinwand, die Sie als Meterware kaufen können, auf den Holzrahmen.
Kurz & knapp: Die wichtigsten Fragen
Kann ich über ein altes, misslungenes Bild malen?
Ja. Wenn die Leinwand keine ausgeprägte Textur hat, übermalen Sie sie mit Titanweiß (Acryl- oder Ölfarbe) in einer oder mehreren dünnen Schichten und malen Sie von vorne. Die vorhandenen Farben können Sie sogar als Untergrund für die neue Komposition nutzen.
Was ist, wenn die Leinwand zu viele Schichten und Textur hat?
Dann hilft Übermalen nicht. Ersetzen Sie die Leinwand — entfernen Sie die Nägel, nehmen Sie die alte Leinwand vom Rahmen und spannen Sie eine neue Leinwand von der Rolle auf.
Lohnt es sich, das Bild ruhen zu lassen?
Ja. Nach einer 10–15-tägigen Pause „erholen“ sich die Augen und man stellt oft fest, dass das Bild gar nicht so schlecht ist oder dass eine kleine Korrektur ausreicht.
Wirf die Leinwand nicht weg
Fast jedes misslungene Bild kann als Untergrund für ein neues dienen. Übermalen, ersetzen oder einfach ruhen lassen — und von vorne beginnen.
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